Der SC Obergerlafingen musste am Samstag gegen den EHC
Zuchwil die erste Saisonniederlage hinnehmen. Die Gastgeber siegten
mit 8 zu 4. Bis zum letzten Drittel war alles offen.
Es hätte ein grosser Abend für den SC Obergerlafingen werden
können. Das Trainergespann Michel Mouther/Andreas Weber schnürte
für das Derby zum ersten Mal in dieser Saison die Schlittschuhe, um
selbst auf dem Eisfeld mitzutun. Die Redstars verfügten dank dieser
kräftigen Verstärkung über vier komplette Sturmreihen. Somit hätte
man es in der Hand gehabt, den Gegner mit einem hohen Tempo unter
Druck zu setzen. Doch es kam anders.
Im ersten Drittel verlief die Begegnung ausgeglichen. Keine
der beiden Mannschaften vermochte Akzente zu setzen. Dem SCO
gelang es nicht, sein Spiel zu finden. Die Taktik des EHC Zuchwil
war simpel: Sobald die Spieler die rote Linie überquert hatten,
spielten sie die Scheibe tief ins Angriffsdrittel und versuchten
nachzusetzen. Zunächst ohne Erfolg. Brandgefährlich war aber das
Überzahlspiel der Gastgeber. In der 19. Minute schloss Brand eine
schnelle Kombination mit einem Direktschuss ab und brachte sein
Team mit 1:0 in Führung. Der ehemalige Schweizermeister Michel
Mouther nahm darauf für den SCO das Zepter in die Hand. Mit
zwei Treffern innert weniger Sekunden schoss er den SCO noch vor
der ersten Drittelspause mit 1:2 in Führung.
Nach zwei Dritteln war alles offen. Die zerfahrene Partie lag
beim Stand von 4 zu 3 auf Messers Schneide. Selbst nachdem Bitterli
in einem weiteren Überzahlspiel im letzten Drittel auf 5 zu 3
erhöhte gaben die Redstars nicht auf und erarbeiteten sich die
einige Torchancen, um wieder zurück ins Spiel zu kommen. Erst das
6:3 durch Pfister in der 51. Minute brachte die
Vorentscheidung - auch dieses Tor fiel übrigens bei einem
Powerplay. Insgesamt erzielte der EHC Zuchwil 5 seiner 8 Treffer
bei numerischer Überlegenheit.
Neben dem eigentlichen Spielgeschehen machte sich ein
Spieler von Zuchwil während der ganzen Begegnung mit
dümmlichen Provokationen lächerlich. Leider führten seine
primitiven Schikanen in der letzten Minute doch noch zu einer
Reaktion des SC Obergerlafingen. Anderegg erhob seinen Stock in
seine Richtung. Vom Werkzeug Andereggs leicht gestreift sackte der
Hasenfuss wie vom Blitz getroffen in sich zusammen und blieb
winselnd liegen. Auffällig: keiner seiner Teamkollegen eilte dem
vermeintlichen Opfer zu Hilfe. Eine Minute später musste sich der
Laiendarsteller von alleine aufrappeln und ohne die Hilfe seiner
Kameraden zur Spielerbank zurückkehren. Offenbar fiel nur der
Schiedsrichter auf Vorstellung des Gauklers herein und ahndete die
Bagatelle mit einer Matchstrafe.
Schade um einen verlorenen Abend. Dennoch bleibt eines gewiss:
Trotz seines deutlichen Sieges war der EHC Zuchwil kein
übermächtiger Gegner. Wenn es dem SC Obergerlafingen gelingt, sich
beim nächsten Mal auf sein Spiel zu konzentrieren, kann er auch
diese Mannschaft besiegen.
Ralph Heiniger